Katja Heimann-Kiefer schreibt über Übersetzen, Sprache und Text, Lesen und Vorlesen und den ganzen Rest

Vorlesen macht glücklich!

ein in ein Buch vertieftes KindBücher liebe ich, solange ich denken kann: Ich konnte noch nicht richtig sprechen, da hat es mich schon fasziniert zu sehen, wie mein Vater las. Eifrig bewegte ich selbst Bücher vor meinem Gesicht hin und her, um es ihm nachzutun. Was bereits zeigt, wie wichtig Vorbilder sind, damit Kinder sich für das Lesen begeistern.

Um meine Liebe zum Buch an möglichst viele Kinder weiterzugeben, bin ich seit über 15 Jahren im Rahmen der Hildesheimer „Aktion Leselust“ (unter dem Dach der Stiftung Lesen) als Vorleserin an einer Grundschule aktiv. Ich durfte damals zwischen Grundschule und Kindergarten als Einsatzort wählen. Mit meiner Entscheidung für die Grundschule bin ich noch heute zufrieden: In der Schule sind die Kinder nicht nur älter, sondern ich treffe hier auch eine größere Altersspanne an. So kann ich eine abwechslungsreichere Auswahl an Geschichten vorlesen – das ist auch für mich selbst spannender.

Ein tiefer Seufzer der Erleichterung

Gelingt es mir, mit dem Vorlesen in Kindern die Liebe zum Lesen zu entfachen? Das kann ich schlecht beurteilen, denn ich kenne das Vorher und Nachher nicht. Viel hängt sicher von der Bücherfreundlichkeit des Elternhauses ab. Ich hoffe einfach, dass gerade die Kinder ohne Bücherkontakt durch meine Vorlesestunden erfahren, wie viel Fantasie, Emotionen und Leben in Büchern stecken.

Ich kann auf jeden Fall sagen, dass meine Besuche den Kindern große Freude bereiten. In den jüngeren Klassen brauche ich nur das Klassenzimmer zu betreten, dann ertönen Freudenschreie, Kinder stürzen auf mich zu und umarmen mich alle gleichzeitig. Unvergessen bleibt mir der Junge, der mich nach der letzten Vorlesestunde vor den Sommerferien ganz bang fragte, ob ich denn im neuen Schuljahr weiter in die Klasse käme. „Natürlich“, antwortete ich mit Nachdruck – und er stieß einen unendlich tiefen Seufzer der Erleichterung aus!

Fazit: Vorlesen macht glücklich – die Vorleserin und die Kinder!

Vorlesen in der Grundschule: die Praxis

Ich gehe (wenn nicht gerade Pandemie ist) alle zwei Wochen für eine Schulstunde in „meine“ Schule. Ich bin einer Lehrerin (ja, bisher nur Lehrerinnen) und ihrer Klasse fest zugeordnet. So begleite ich die Kinder in der Regel von der ersten bis zur vierten Klasse.

Welche Herangehensweisen sich im Laufe der Jahre zur praktischen Organisation des Vorlesens bewährt haben, lesen Sie in den folgenden Artikeln:

Vorlesen in der Grundschule: 1. und 2. Klasse

Vorlesen in der Grundschule: 3. und 4. Klasse

 

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